Trollinger Initiative

Lange Jahre war Trollinger die meistangebaute Rebsorte in Württemberg. Seit ca. 20 Jahren geht die Rebfläche zurück – seit 2015 sogar drastisch. Daraus resultieren Grundsatzfragen wie

„Wofür steht das Weinbaugebiet Württemberg?“ 
„Wie grenzt es sich zu anderen Weinbaugebieten ab?“

Trollinger ist derzeit ein wenig attraktives Produkt. Insbesondere Trollinger-Rotweinen ist es bisher nicht gelungen, sich bei modernen, jüngeren Zielgruppen zu etablieren. 

Trollinger-Rotweine sowie das traditionelle schwäbische Cuvée Trollinger-Lemberger sind überwiegend von restsüßen Weinen geprägt. Diese Weine sind – ebenso wie ihre Liebhaber – in die Jahre gekommen. Es gibt noch zu wenig moderne, zeitgemäße Impulse, um moderne Konsumenten auf die Sorte aufmerksam zu machen und neue Begeisterung zu entfachen (Blankenhorn 2021).

Dieser Ausgangssituation und der einhergehende Nachfragerückgang nach Trollinger-Rotweinen folgend, hatte sich 2021 eine Gruppe von Weinproduzenten zu einer Initiative formiert, die einen modernen Trollinger-Rotwein, der zum heutigen Zeitgeist passt, erzeugen möchte. Die neuen Trollinger-Rotweine sollen sich geschmacklich, optisch und auch preislich ganz klar von den überwiegend auf dem Markt erhältlichen restsüßen Trollinger-Rotweinen abgrenzen. Daher wurde an der LVWO Weinsberg ein weinbaulicher sowie oenologischer Leitfaden entwickelt, der die Betriebe dabei unterstützen soll, einen maischevergorenen, trockenen, aber dennoch sortentypischen, d.h. leichten Trollinger-Rotwein mit einer animierenden Säure, angenehmen Gerbstoffstruktur und einem nachhaltigen Abgang zu erzeugen. 

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